Pressetexte

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Rezension
deutsche mugge

geschrieben von Reinhard Baer

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VÖ: 01.04.2022

Label: Coramusik; Katalognummer: 4020796489328; Musiker: Corina "Cora" Liebmann (Gesang, Akustik- Gitarre), Gaston Erdmann (Schlagzeug), Philipp Hertrampf (Bass), Hanno Nusche (E- und Akustik- Gitarre), Peter Kirsch (Piano) sowie Unterstützung durch Musiker aus vergangenen Bandprojekten;

Produktion: Left Engelmann in Dresden;

Bemerkung: CD im aufklappbaren Digipak, leider ohne Booklet und somit ohne Abdruck der Songtexte.

Titel:
Unter meiner Haut • Hier begann mein Glück • Kaffee Blues • Blick aufs Licht • Ich kann nicht bleiben • Seelenfest • Dort • Hier am Meer • Josefine • Der gute alte Mond • Traumtänzer

Rezension:
"Seelenfest" , so nennt die in Dresden geborene und in Sachsen lebende Sängerin und Musikerin Corina "Cora" Liebmann ihr in diesem Jahr veröffentlichtes Album. Bereits 2020 hatte Cora, die im Hauptberuf Grafikerin ist und sich besonders seit der Wende auch verstärkt der Musik widmet, zusammen mit den Musikern ihrer Band mit der Produktion des Albums begonnen. Die Vorbereitungen dauerten schon fast drei Jahre und ursprünglich war die Fertigstellung auch noch für 2020 geplant, aber dann kam Corona und verzögerte alles. Nun ist das Album da und in elf Titeln kommen die Freunde von Soul, Blues, Rock, Folk und Funk auf ihre Kosten.

Neben Coras Band haben auch noch Musiker aus vergangenen Bandprojekten der Sängerin mitgewirkt. Fünf erste Songs wurden 2020 noch fertiggestellt, der Rest kam dann später. Die ausschließlich deutschen Texte hat Corina Liebmann selbst geschrieben, bekam aber hierbei

noch Unterstützung von Sylvia Kling und Bernd Heidenreich. Sowohl musikalisch als auch textlich begegnet uns auf dem Tonträger eine große Bandbreite. Cora hat eine tolle, soulige Stimme (was ihr auch den Beinamen "Soulmama" eigeracht hat) und instrumental sind außer den herkömmlichen Instrumenten Schlagzug, Bass, Piano und Gitarren auch Streicher, Mundharmonika, Flöte, Mandoline und Slidegitarre zu hören. Inhaltlich lässt Cora ihre Hörer tief in sie hinein blicken. Es sind teilweise zu Texten gewordene Gedanken und Gefühle, in denen man sich gut wiederfinden kann.

 

Die CD steckt in einem aufklappbarern Digipak, das die Künstlerin mit ihrem Instrument in einer sommerlichen Landschaft mit viel Grün um sie herum zeigt. Dieses qualitativ hochwertige Cover passt zu dem, was ich auf dem Album hören konnte. Handwerklich und inhaltlich gibt es daran nichts auszusetzen.


(Reinhard Baer)

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Ein Dank geht an Uta Büttner für das Schreiben des Artikels und Claudia Hübschmann für das Foto.
13.01.2022, SZ-online, Sächsische.de / Meissen

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geschrieben von Uta Büttner

Klipphausen. Musik. Die große Leidenschaft von Corina alias Cora Liebmann. In ihrem kleinen Zweit-Studio, eingerichtet in Burkhardswalde, stehen sieben Gitarren und eine Mandoline. „Irgendwann ist es wie Briefmarkensammeln“, sagt sie lachend. Eine Wand wurde mit Holz vertäfelt. Für eine bessere Akustik, erzählt sie. Schon immer hat die gebürtige Dresdnerin gern gesungen, arbeitete stetig an ihrer Musikkarriere, bis die Corona-Pandemie teils einen Strich durch die Rechnung machte.

 

Seit der politischen Wende lebt die heute 50-Jährige die Musik auf Bühnen aus, sang unter anderem acht Jahre in der Dresdner Soul-Bigband „The Royal Souldiers“. So ist sie auch unter dem Namen „Soulmama“ bekannt. Inzwischen hat sie sich ein breites Netzwerk in der Künstlerszene aufgebaut, war an vielen Projekten beteiligt. Finanzieren konnte sie ihre Leidenschaft aufgrund ihres erlernten Berufes als Werbegrafikerin.

„Diese Arbeit ist wichtig, damit die Musik laufen kann“, sagt sie. Zumal sie sich 2019 entschieden hatte, ihre Musik auf professionellere Ebene zu stellen: Sie meldete sich beim Finanzamt als Musikerin mit Gewerbesteuer an. Dann kam die Corona-Pandemie. „Alles brach zunächst zusammen“, erzählt sie. Dennoch hatte sie Glück, da ihre Arbeit als Werbegrafikerin bald wieder besser lief. So sei es für sie nicht so dramatisch gewesen. Und sie hatte Zeit für Dinge, die bis dato liegengeblieben waren.

 

Musikalisch sei sie über die vielen Jahre gereift, erzählt Cora. Die Musik, die sie heute macht, verdanke sie Chris Rasch. Nach 30 Jahren mit gecoverter Musik auf der Bühne unterwegs – in den Genres Modern Gospel, Soul, Soft-Rock, Pop, Blues und Folk – sollten mithilfe professioneller Künstler eigene Werke entstehen. So bereitete sie bereits vier Jahre ihr erstes Album vor. Anfang 2020 begann sie dann mit der Produktion.

 

„Auf Fernseher kann ich verzichten, aber nicht auf die Musik“

 

Nun ist das Album „Seelenfest“ mit eigenen Songs fertig. Sechs der elf Texte stammen aus Coras Feder. „Es sind Stories aus meinem Leben“, verrät die Sängerin. „Hinter den Texten ist immer eine Botschaft zwischen den Zeilen.“ So sei beispielsweise ein Song ihrer erwachsenen Tochter gewidmet, ein weiterer ihrer Mutter.

Ihre Musik und die Texte auf dem Album sollen etwas für die Seele sein, „die

Menschen in der heutigen Zeit abholen.“ Deshalb auch der Name „Seelenfest“. Alle Texte sind ausschließlich in deutscher Sprache, „das war mir ganz wichtig.“

 

Die Musikideen kommen von Cora selbst, obwohl sie kein Instrument nach Noten spielen kann. Autodidaktisch habe sie sich Gitarren-Grundharmonien angeeignet. „Ich bin der Rhythmus-Gitarrist.“ Die Band habe sie in der musikalischen Umsetzung unterstützt. „Ich bin mit den Aufgaben gewachsen“, erzählt Cora.

 

Obwohl Cora seit ihrer Kindheit die Musik über alles liebt, sei sie immer ein Hobby für sie gewesen. „Ich hatte unterschwellig Angst, ich könnte – wenn ich sie täglich mache – in eine Routine verfallen. Ich weiß nicht, ob es mir dann noch so viel Spaß machen würde. In der Corona-Pandemie war diese Entscheidung ein großer Vorteil für sie. Musik ist für mich wie Medizin. Seelenheil in Stresszeiten. Ich kann auf einen Fernseher verzichten, aber nicht auf die Musik.“

 

Dass dieses Album zustande kam, verdanke sie vielen Profis, die sie unterstützt haben. „Das ist nicht selbstverständlich. Allein hätte ich das nie hinbekommen“, betont Cora Liebmann. Nun hofft sie, dass bald wieder Auftritte mit ihrer Band in einst gewohnter Form stattfinden können.

Mission Bühnenrand

Das private Muggenpilgerforum mit Herz und Verstand

M.C.C.-Tribute 25. August 2019 Barockschloss Rammenau in Konzertberichte 2019

M.C.C.-Tribute bedankt sich recht herzlich für den tollen Artikel und Bilder bei Gundolf Zimmermann

Mein Besuch in Rammenau war ein typischer Kundi-Schnellschuss. Mir war nach dem Mittagessen einfach nach einem kulturellen Ausflug. Für 14:00 Uhr war auf der Bühne im Meierhof des Schlossareals eine Band mit dem seltsamen Namen M.C.C.-Tribute angekündigt. Nach einem kurzen Streifzug durch s Internet und damit verbundener Befragung der allwissenden (Glas-) Google-Suchmaschine fühlte ich mich mental für diesen Ausflug gerüstet. Das schien musikalisch mal etwas andere Mugge zu werden. Ich war neugierig genug, um CEEDrik für eine kleine Ausflugstour in Gang zu setzen. So eine kleine klingende Horizonterweiterung ist ja auch nicht zu verachten.

 

Kurz nach 14:00 Uhr wurde die Band M.C.C.-Tribute (https://www.mcc-tribute.de) vorgestellt und wenig später übernahm das Ensemble auch die öffentliche Beschallung des Meierhofes mit Livemusik. Die Band stammt aus dem Raum Dresden und besteht aus erfahrenen Musikern. 

 

Das Buchstabenkürzel M.C.C. steht für MARY CHAPIN CARPENTER. Der Name und die Songs sagten mir bis dahin nichts und ich wette, dass es 99 % Prozent der User und der Besucher dieses Forums ebenso geht. Allenfalls Country-Spezialisten wie unser Freund und Forumsmitglied Tom’s Daddy (der ja selbst als Musiker gelegentlich Songs des New American Country covert) oder vielleicht auch noch unser lieber „Musikprofessor“ Hartmut dürften damit etwas anfangen können. Tröstet euch, liebe Leserinnen und Leser, so wie uns dürfte es der Mehrheit der Leute in diesem Land gehen. MARY CHAPIN-CARPENTER ist hier halt nicht populär.

 

Dabei ist die Singerin/Songwriterin in den Vereinigten Staaten von Amerika wahrlich kein Fallobst. 

Die Frau hat schon 5 Mal den Musikpreis Grammy gewonnen. Allein für den besten weiblichen Countrygesang wurde M.C.C. bisher mit 4 Grammys geehrt. Einige ihrer Alben errangen auf Grund ihrer Verkaufszahlen Goldene Schallplatten (mindestens 500 000 verkaufte Einheiten), Platin (mindestens 1 Million verkaufte Einheiten) bis hin zu Vierfachplatin.

 

MARY CHAPIN-CARPENTER gilt in den USA als Countrysängerin, wobei die Amerikaner diese Einordnung nicht so eng und schubladenhaft wie wir Deutschen sehen. Bei genauerem Hinhören kann man in ihrer Musik liedhafte, poppige Elemente genauso finden, wie Einflüsse von Folk- (Rock-) und/oder Country. Die Musik ist nach meiner Auffassung sehr melodiebetont, liedhaft und vor allem handgemacht.

 

Ich kann jetzt gut verstehen, dass sich die Band M.C.C.-Tribute dieser Mugge widmen. Eingängige Melodien, liedhafte Strukturen, handwerkliches Können der Instrumentalisten, und der markante Gesang der Frontfrau bilden ein harmonisches und stimmiges Klangbild. Dabei tragen einige Nummern auch wirklich Ohrwurmcharakter.

 

Mit „I Take my Chances“ unternahmen Corina „Cora“ Liebmann und ihre Herren Kollegen gleich einen Ausflug in die Vergangenheit, denn die Nummer erschien bereits 1994 erstmals als Single in den Staaten und erreichte Platz 2 der amerikanischen Country-Single-Charts.

 

Es fiel angenehm auf, dass die Frontfrau das Konzert tatsächlich moderierte. Manchmal tat das auch Basser Tim Wolf. Dabei wurde nicht viel palavert, sondern es wurden kurz Informationen zu den Liedern an den Mann/die Frau gebracht. Das geschah zudem noch auf eine sympathische Art und Weise. Mit ein, zwei oder drei Sätzen wurde man als Neuling dieser Songs kurz ins Bild über den Inhalt gesetzt. Stimmlich ist die Frau Liebmann wirklich in der Nähe einer MARY CHAPIN CARPENTER. Diese markante Stimme überzeugte auf ganzer Linie.

 

Corina Liebmann kann auf umfangreiche Erfahrungen zurückgreifen. So sang sie beispielsweise schon bei der JACKPOT-Band, den ROYAL SOULDIERS. Sie ist außerdem die Soulmama der Band SOULMAMA & FRIENDS. 

Bei letztgenannter Band spielt übrigens auch Gitarrist Thomas Meyer. Den Mann habe ich vor einigen Jahren auch mit SOKO ROCK erlebt. Thomas ist ein sehr versierter Gitarrist, der sich auch gut zwischen unterschiedlichen Musikstilen bewegen kann. Seine Solos sitzen und er stellt sich auch gut in den Dienst der gesamten (Band-) Mannschaft. 

 

Wenn wir schon mit der Musikgarde angefangen haben, machen wir doch gleich mit dem Bassisten Tim Wolf weiter. Den Typen habe ich schon mal vor Jahren in Singwitz mit der ECKI LIPSKE BAND und in Dresden mit CIRCLE OF FRIENDS (u. a. Mit CHRIS RASCH und MARIO „MARINO“ MEINEL) erlebt. Der Typ kann einfach was auf seinem Instrument. Egal, ob akustische Mugge oder starkverstromte Mugge – der Tim, der bringts basstechnisch auf den Punkt. 

 

Da haben wir als nächsten Musiker den Schlagzeuger und der heißt auch Tim, aber mit Familiennamen Dierks. Er ist Musikpädagoge und arbeitet unter anderem an der Musikschule Döbeln. Als Musiker hat er schon mit Größen wie TOM LIWA und HENRIK FREISCHLADER gearbeitet. 

 

Der Mann am Klavier heißt Martin Andersson. Er ist eigentlich Jazzpianist. Gelegentlich tritt er mit musikalischen Improvisationen auch solo auf. Außerdem tritt er zusammen mit Tim Wolf und dem Schlagzeuger Philip Knöfel unter dem Namen MARTIN ANDERSSON TRIO auf.

 

Doch bleiben wir jetzt noch mal gedanklich in der prallen Sonntagssonne auf dem Meierhof des Barockschlosses Rammenau. Das Konzert war bei rund 30 Grad Celsius Temperatur weder für die Band noch fürs Publikum ganz einfach. Aber die mit absoluter Spielfreude und musikalischem Können dargebotenen Songs wie „I tried going West““, „The Way I feel“ oder „Luna `s Gone“ verzauberten die aufmerksamen Zuhörer. 

Die Frau und die Herren von M.C.C.-Tribute webten unaufhörlich wunderbare Klangteppiche. Mir hat die ganze Sache Freude bereitet und ich bin durch diesen ad hoc-Ausflug nach Rammenau auch nicht dümmer geworden.

 

Liebe Leute, es lohnt sich wirklich auch mal abseits der eigenen üblichen musikalischen Vorlieben Mugge zu fischen. Ich fand diesen Fang mit den Liedern von MARY CHAPIN-CARPENTER und diese Dresdner Tribute-Band regelrecht erfrischend. 

 

Mit dem Album „Stones on the Road“ erreichte die Amerikanerin anno 1994 Platz 1 der amerikanischen Countrycharts. Das dürfte wohl Marys größter Erfolg gewesen sein. Selbstverständlich durften wir diesen Song auch in Rammenau, und zwar wunderschön gesungen von Cora Liebmann erleben.

 

In Deutschland hat Frau M.C.C leider nie viel gerissen. 1992 war sie mit „Passionate Kisses“ (Platz 58) und „I feel Lucky“ (Platz 69) jeweils mal kurz in den Singlecharts. Das wars dann aber schon. Unabhängig davon lohnt es sich für musikalische Feinschmecker doch sich mal mit der Dame und/oder ihrer Dresdner Tribute-Band zu beschäftigen. Die zwei Songs fehlten in der Liedfolge dieses Konzertes übrigens auch nicht.

Ich erinnere mich auch noch an „Shut up an kiss me“, was man ganz frei auch mit „Halts Maul und küss mich“ übersetzen kann. Nach rund 90 Minuten näherte sich diese musikalische Reise allmählich ihrem Ende. Die Bandmitglieder wurden noch einzeln vorgestellt und eine einzelne Zugabe folgte auch noch.

 

Der herzliche Applaus der Zuhörer belohnte das Ensemble für einen insgesamt runden Auftritt. Die Mitglieder der Kapelle mussten nun flink abbauen, denn die nachfolgende Band scharte auch schon mit den Füßen. Ich drehte noch eine kleine Runde durch den Schlosspark und verdrückte mich dann ziemlich schnell in Richtung Heimat. 

 

Gruß Kundi

Quellverweis: Mission Bühnenrand

(C) Fotos by Gundolf Zimmermann (KUNI) 2019